Droht den Anbietern von Browsergames langfristig das aus?
Gestern - Browsergames haben schon seit vielen Jahren einen extrem guten Ruf in der Spielewelt. Nicht umsonst gibt es zahlreiche Online-Plattformen, die sich darauf spezialisiert haben, diese den Spielern zugänglich zu machen. Doch trotzdem macht sich eine tiefgreifende Veränderung in der Spielebranche bemerkbar, die wohl auch über kurz oder lang erhebliche Auswirkungen haben dürfte.
Beobachter und Experten im Bereich der PC- und Konsolenspiele beobachtn schon länger das sich immer mehr ein neuer Trend herausbildet. Dabei bilden sich zwei völli gegensätzliche Spielarten. Zum einen gibt es die immer mehr Open-World-Spiele, die auf den Markt drängen und mittlerweile von einem Großteil der Spieler auch mit Begeisterung angenommen wird. Spiele wie ESO, Red Redemption, Kingdom Come Deliverance sind mittlerweile Kassenschlager unter den PC-Spielen. Auf der anderen Seite sind die aktiven Spaß- und Unterhaltungsspiele – also Spiele wie FiFa, Eishockey Super Mario u.a. Auf der Strecke bleiben dabei vor allem die Browserspiele, die bis vor ein paar Jahren noch hunderttausende von Spielern begeistert haben, sehen sich nun, im Gegensatz zu beispielsweise Online Roulette Spiele, einem stark schwindenden Interesse gegenüber.
Eine der hauptsächlichen Schwierigkeiten für Browsergames ergibt sich aus der Tatsache das sich die Art des Spiels im Bereich der Computerspiele grundlegend verändert. Im Mittelpunkt steht nicht einfach nur ein gesetztes (Spiel-)Ziel zu erreichen oder den Gegner zu besiegen. Vielmehr werden die neuen Spiele vom Grundgedanken getragen Spieler quasi in eine alternative Welt zu versetzen. Dabei soll der Spieler im Idealfall das Gefühl bekommen, das die virtuelle Welt zumindest während der Spielzeit Realität ist. Die idealform bei dieser Art von Spielen stellt dann wahrscheinlich die virtuelle Reality dar, die mit Hilfe von speziellen Kameras und VR-Brillen vermittelt werden kann. Da diese Spiele im Idealfall auch über kein endgültiges Endziel verfügen kann der Spieler quasi endlos weiterspielen und die Spielzeit komplett selbst bestimmen. Schließlich müssen hier keine Levels erreicht werden, um im Spiel weiterzukommen. Diese Art von Spiele sind natürlich extrem Speicher- und grafik-lastig, was den Betrieb als einfaches Browsergame außerordentlich schwierig macht.
Spiele die bereits vor Jahren eine hohe Popularität genossen haben, erfreuen sich auch aktuell noch einer relativ hohen Beliebtheit. Echte Klassiker wie Ikariam, Travian oder Kapi Hospital können auch heute noch eine große Anzahl an Fans für sich verbuchen. Jedoch zeichnet sich der Trend ab das immer mehr Spieler auch diesen Klassikern den Rücken zukehren. Das Problem ist allerdings das nicht nur die Spielerzahlen rückläufig sind. Auch ist es eine traurige Tatsache das es im Verhältnis kaum noch neue Spiele im Bereich der Browsergames gibt. Und wenn doch ein neues Spiel erscheint, dann erfüllt es nicht unbedingt den veränderten Geschmack der Spieler. Die Folge ist das die Spielerzahlen im Schnitt sehr gering ausfallen und somit nur geringe Umsatzmöglichkeiten mit den neuen Spielen zu erwarten sind. Die Folge sind geringere Entwicklungsgelder und somit eher schlechtere Qualität bei neuentwickelten Browsergames.
Das Problem mit den gestiegenen Ansprüchen der meisten Spieler lässt sich im ersten Moment kaum lösen. Spiele, die grafisch und spieltechnisch auf dem neusten Stand sind, können bei Anbietern von Browsergames aus Kostengründen kaum angeboten werden. Zudem gehen immer mehr Entwicklungsstudios dazu über die Spiele auf eigenen Browsern anzubieten. Andere Anbieter haben so erhebliche Schwierigkeiten diese Spiele entsprechend für sich zu nutzen. Anbieter von Browsergames werden deswegen wohl zunehmend gezwungen sein sich auf Nischen-Themen bei Spielen zu konzentrieren. Dazu gehören Spiele, die so speziell sind, dass sie nicht massentauglich werden. Spiele wie Kapi-Hospital oder Pferde-Spiele sind dafür ein gutes Beispiel. Auf der anderen Seite werden Spiele wie Travian oder andere einfache Strategiespiele wohl langfristig vom Markt verschwinden. Einfach weil sie gegen Spiele wie Crusader Kings 3 keine reelle Chance haben.
Wie bei allen Artikeln handelt es sich hier um eine Momentaufnahme. Wir werden sehen was die Zukunft bringt und welche neuen Trends (beispielsweise Mobilegames) sich noch entwickeln.