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Serious Games immer häufiger im Einsatz

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04.05.2021 - Dass Technologie einer der bestimmenden und schnelllebigsten Einflüsse auf unsere Gesellschaft ist, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Gaming ist in Deutschland in den letzten Jahren einer der beliebtesten Zeitvertreibe geworden. Aktuell spielen über 34 Millionen Personen in Deutschland. Ein großer Bevölkerungsanteil also, der alle Altersgruppen und Geschlechter umfasst.

Ein großer Bevölkerungsanteil also, der alle Altersgruppen und Geschlechter umfasst. Gezockt wird auf den unterschiedlichsten Plattformen. Vom PC über Xbox und Playstation bis hin zu dem wachsenden Markt der Mobile Games. Eine Branche möchte nun die Möglichkeiten der Gamingwelt für Zwecke außerhalb des reinen Entertainments einsetzen. Sogenannte Serious Games haben vor allem die Funktion auszubilden, zu lehren oder zu rehabilitieren. Dafür finden sich immer mehr Anwendungsgebiete die Wissen vermitteln sollen – der Markt wächst.

Videospiele und Lernen?

Videospiele werden oft nicht direkt mit Lernen in Verbindung gebracht. Eher dienen sie dazu, in actionreiche Welten einzutauchen oder um für Nervenkitzel zu sorgen. Ob rasante Rennsimulationen durch fiktive Großstädte oder eine Runde Roulette am grünen Tisch im Online Casino, Tests zeigen das der Hauptgrund für das Gaming die Unterhaltung ist. Kurzweiligkeit steht im Vordergrund.

Mittlerweile wurden dem klassischen Gaming einige Vorteile nachgewiesen. So trainiert es unter anderem die Konzentrationsfähigkeit, die Reaktionszeit und die Informationsverarbeitung. Auch für kognitive Fähigkeiten und taktisches Denkvermögen sind Videospiele eine gute Übung. Doch während Gaming üblicherweise rein durch die Nutzung das Gehirn trainiert, wird bei Serious Games auch durch den Inhalt gelehrt. Dabei kann das gewählte Thema des Spiels für ganz verschiedene Zwecke eingesetzt werden.

Eines der vielen Beispiele dafür sind neuerdings auch Lernprogramme für Studiengänge im Ingenieurswesen. „Welt der Werkstoffe“ nennt sich das aktuelle Spiel und hilft Grundlagen und Anwendungen der Werkstofftechnik zu erlernen. Das Spiel fällt in das Genre der Point-and-Click Spiele und erfordert das Befreien eines Professors aus zahlreichen Paralleluniversen. Wie der Name bereits verrät, müssen die verschiedenen Rätsel innerhalb des Games mithilfe von Grundlagenwissen der Werkstofftechnik gelöst werden, um an das Ziel zu gelangen.

Dass die Möglichkeiten von Serious Games vielversprechend sind, zeigen auch die zusätzlichen Förderungen in der vergangenen Zeit. So wurde „Welt der Werkstoffe“ 2021 mit dem Deutschen Computerspielpreis ausgezeichnet und die TH Köln durfte sich über ein Preisgeld von 35.000 Euro freuen. Ein weiteres Statement setzte das Bundesland Hessen Mitte April. Hier wurde das Förderprogramm „HESSEN serious GAME“ nach drei Jahren der Planung ins Leben gerufen. Der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen wurde der Auftrag zugeteilt, mit dem Ziel, neue und innovative Ideen für Computer- und Videospiele zu entwickeln und umzusetzen. Nun können sich Start-Ups, Unternehmen und Hochschulabsolventen auf Prämien von bis zu 50.000 Euro bewerben, bis zur Deadline am 10. Mai.

Vielseitig einsetzbar

Neben dem klassischen Lehrstoff für Schüler und Studenten, werden Serious Games auch zu Therapie- und Rehabilitationszwecken eingesetzt. Hier kann den Betroffenen spielerisch geholfen werden, um mit ihren Problemen zurechtzukommen. Therapeuten sehen beispielsweise bei Angststörungen, Störungen der Impulskontrolle und Essstörungen einige geeignete Anwendungsgebiete. Hervorzuheben ist dabei auch, dass diese Form der Therapie laut Experten bei allen Altersgruppen eingesetzt werden kann. Ob die Effektivität schlussendlich variiert bleibt abzuwarten, Grundkenntnisse von Videospielen werden allerdings nicht benötigt.

Im Bereich der Rehabilitation macht das Serious Gaming ebenfalls Fortschritte. Vor allem in Kombination mit Virtual Reality, kann das Gehirn und einzelne Bereich gezielt trainiert werden. So können beispielsweise bestimmte Bewegungsabläufe durchgeführt werden, die die motorischen und kognitiven Fähigkeiten verbessern sollen. Dadurch kann das Training situationsbedingt auf die Bedürfnisse des Patienten angepasst und somit effektiver gestaltet werden.

Weitere wichtige Aspekte die von Serious Games profitieren können sind Ausbildungen für Notsituationen, die im echten Leben nur schwer nachgestellt werden können. Eines der frühsten Beispiele dafür ist der Flugsimulator, der Pilotneulingen ein detailliertes Umfeld zum Üben bietet. So können virtuelle Flugstunden und Erfahrung gesammelt werden – ohne Risiko. Ähnliches Prinzip gilt auch für Feuerwehrleute und Ersthelfer in einer Notaufnahme. Mit der Hilfe von Videospielen lassen sich fiktive Szenarien durchlaufen, um im Ernstfall gut vorbereitet zu sein.

Es zeigt sich, dass Serious Games eine spannende und vielversprechende Zukunft vor sich haben. Die Einsatzgebiete sind breit gefächert und der Nutzen ist für viele Menschen enorm. Durch den verschärften Fokus auf die Branche und die entsprechenden Förderungen, darf man in nächster Zeit sicherlich interessante neue Ideen bestaunen, die uns das Leben etwas leichter machen können.

  • Quelle: Redaktion

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