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Online-Seuche: Cheater in Multiplayerspielen

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24.11.2021 - Jeder kennt sie, niemand mag sie: hinterlistige Cheater, die vorprogrammierte Headshots verteilen, als wären sie Kamelle auf einem Karnevalsumzug. Welche Titel besonders häufig beschummelt werden und wie ihr euch selbst vor Cyberangriffen schützen könnt, verrät unser Artikel.

Digitale Mogelparadiese

Hoch, hoch, runter, runter, links, rechts, links, rechts, B, A. Innerhalb der Gamingwelt gibt es wohl kaum einen Cheat, der es zu solch einer Prominenz gebracht hat, wie der altehrwürdige Konami-Code. Ganz gleich, ob die abgefahrensten Waffen in GTA, den dicksten Fuhrpark in einem Racing-Gaming oder einfach nur das nächste Level: Haben wir nicht alle schon einmal eine „unerlaubte“ Tastenkombination in die Tastatur geschmettert, um uns eine digitale Abkürzung zu verschaffen? Gemeinhin sind Cheats in Singleplayer-Titeln nicht mehr als harmlose Dreingaben, welche Easter-Eggs freischalten oder uns etwas spielerische Erleichterung schenken. Ganz anders stellt sich die Sache wiederum im Kosmos des Online-Multiplayers dar: Wer sich hier durch Cheaten einen unfairen Vorteil verschafft, zieht nicht nur den Zorn seiner Mitspieler auf sich, sondern geht gleichzeitig das Risiko ein, permanent gebannt zu werden. Ein Blick auf die offizielle Schummel-Statistik zeigt, dass bestimmte Games dreiste Cheater förmlich anzulocken scheinen. Wer sich einmal in die quietschbunte Battle-Royale-Welt von Fortnite verirrt, hat besonders gute Chancen, digital „betrogen“ zu werden. Insgesamt zählt der moderne Dauerbrenner aus dem Hause Epic Games 350 Millionen registrierte Nutzer. Folgt man den offiziellen Daten, so tummeln sich in den Gefechten stets Abertausende Cheater. Dies legt jedenfalls die YouTube-View-Statistik nahe, haben die Clips mit den Suchbegriffen „Fortnite“ und „Cheats“ doch mittlerweile fast 27 Millionen Klicks sammeln können. Besonders hoch im Mogel-Kurs: Aimbot und Wallhack.

Die zweitmeisten Cheater finden wir wiederum im futuristischen Helden-Shooter Overwatch. Tatsächlich entwickelten sich die spaßbremsenden Betrügereien hier zu einem derart großen Problem, dass sich die übrige, fair spielende Gamerschaft zum Handeln gezwungen sah. Aus diesem Grund bildete sich das sogenannte Overwatch Police Department. Jene Gruppe aus digitalen Ordnungshütern geht dabei nicht nur Ingame auf Cheater-Jagd, sondern agiert auch verdeckt in Foren, um den Schummlern dort das Handwerk zu legen. Eine noch detailliertere Auflistung jener Titel, auf denen sich die meisten Cheater tummeln, findet ihr hier.

Während es in Singleplayer-Titeln noch genügt, eine bestimmte Tastenkombination einzugeben, um bestimmte Fähigkeiten oder Items freizuschalten, gestaltet sich das Cheaten in der Online-Welt etwas anspruchsvoller. Im Detail verschaffen sich die Mogler hier einen Vorteil, indem sie auf den zugrundeliegenden Code sowie den Speicher von Online-Spielen zugreifen. Am beliebtesten sind dabei seit jeher Aimbots, sprich eine automatische Zielerfassung, und Wallhacks, welche es ermöglichen, Feinde durch Wände hindurch zu sehen.

Die Heimat der Schummler

Malerische Seen, endlose Wälder, unzählige Cheater – wenn wir die offiziellen Daten in Augenschein nehmen, so hält Schweden ein paar ganz besondere Sehenswürdigkeiten bereiten. Rein statistisch gesehen besitzt keine andere Online-Community auf unserem Globus einen derart hohen Schummler-Anteil wie das Land auf der Skandinavischen Halbinsel. Gemeinhin zählen die schwedischen Gamer in der Welt des E-Sports zur internationalen Crème de la Crème. So konnte die Top-3 der professionellen Fortnite-Spieler aus Schweden zusammengerechnet Gewinne von mehr als 1 Million Dollar für sich verbuchen. An dieser Stelle sei jedoch erwähnt, dass die Mogel-Statistik nicht im direkten Zusammenhang mit dem schwedischen E-Sport-Erfolg gebracht werden sollte. Grundsätzlich gelten die professionellen Gefechte nämlich als weitestgehend betrugsfrei. Direkt hinter den Cheatern aus Skandinavien rangieren im Übrigen die digitalen Schummler aus den Vereinigten Staaten und Australien. 

Der dunkle Rattenschwanz des Cheatens

Dort, wo der Wunsch nach unerlaubter Vorteilsverschaffung auf finanzielle Interessen trifft, entsteht mitunter ein lukratives Geschäftsmodell mit fragwürdigen Moralvorstellungen. So gab Bill Demirkapi beispielsweise an, einige seiner selbst gecodeten Cheats für Hunderte von Dollar weiterverkauft zu haben. Allerdings ist der Grat zwischen einem herkömmlichen Cheat und gefährlicher Malware äußerst schmal. Denn grundsätzlich gilt: Ein Hacker, der das Know-how besitzt, um einen ausgeklügelten Cheat zu entwickeln, verfügt wahrscheinlich auch über die Programmierkenntnisse, um Malware zu erstellen. Darüber hinaus besteht innerhalb von Online-Multiplayer-Sessions auch immer die Gefahr, Opfer eines DDoS-Angriffs zu werden – beispielsweise dann, wenn es eurem Gegner schlichtweg nicht in den Kram passt, wie ihr zockt. Gaming über VPN kann hier Abhilfe leisten. Demnach sichert das „Virtual Private Network“ eure Verbindung und schützt euch effektiv vor hinterlistigen Angriffen dieser Art. Während das Zocken über VPN in der Vergangenheit noch als laggy und langsam verschrien war, überzeugt Surfshark VPN heutzutage mit zeitgemäßen Performancewerten und dem umfassenden Schutz eurer Privatsphäre. Folgt man einem Bericht der britischen National Crime Agency, scheint tatsächlich eine Korrelation zwischen Cheaten und Cyberkriminalität zu bestehen. Demnach würden einige User, die sich auf Cheat-Webseiten tummeln früher oder später auch den Weg in dunklere Internetmachenschaften einschlagen.

  • Quelle: Redaktion

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