eSport

Der eSports Hype geht weiter

eSport

12.02.2020 - Als der Deutsche Olympische Sportbund im vergangenen Jahr eine Anerkennung von eSports als Sportart ablehnte, war die Empörung bei den Gamern groß. Unterstützung fanden die Funktionäre damals in Uli Hoeneß. Der Ex-Präsident des FC Bayern München lehnte einen Einstieg seines Vereins in die eSports-Szene strikt ab.

Seither ist eine Weile vergangen und die Realität ist längst eine andere geworden. Große Konzerne haben Lunte gerochen und drängen in die eSports-Szene. Kein Wunder, schließlich handelt es sich dabei um einen Markt, der die 1,5 Milliarden Dollar Umsatzgrenze längst überschritten hat. 200 Millionen Menschen interessieren sich für eSports-Events. Sie sind jung, technologisch gebildet und bereit, die Gaming-Welt zu erobern. Das haben auch Politiker erkannt und eröffnen gerne Veranstaltungen wie die Gamevention in Hamburg. Auch die großen Sportvereine wollen bei diesem Trend mit dabei sein und befeuern damit den weltweiten Hype weiter. Sogar Bayern München hat in der Zwischenzeit seine Meinung bezüglich eSports geändert.

Die Bundesliga-Vereine sind im eSports-Fieber

Das beweist, dass eSports in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Längst interessieren sich auch die großen deutschen Fußballklubs dafür. Während der FC Bayern München lange mit einer Entscheidung gerungen hat, ist Schalke 04 schon einen Schritt weiter. Die Königsblauen engagieren sich nicht nur in der eFootball.Pro League, sondern auch bei League of Legends.

Dort zählt Schalke 04 zwar nicht zur absoluten Weltspitze, doch sie sind vorne mit dabei. Die Experten führen das Team sogar in der Favoritenliste für die WM 2020, die am 1. November starten wird. So hat Schalke 04 derzeit auf Betway eine Quote von 201 (Stand 29.1.) auf den Weltmeistertitel. Damit liegen die Königsblauen auf Platz 28 unter den vielversprechendsten Teams. Weniger gut lief es zuletzt in der eFootball.Pro League. Dort musste sich Schalke 04 den eSports-Profis vom FC Bayern München knapp mit 1:0 geschlagen geben.

Die Konzerne steigen mit ein

Der deutsche Software-Konzern SAP ist das drittgrößte börsennotierte Softwareunternehmen der Welt. Der Hersteller von Software für die Abbildung von Geschäftsprozessen sponsert nicht nur den TSG 1899 Hoffenheim, die Adler Mannheim und die Rhein-Neckar Löwen, sondern engagiert sich auch bei eSports. Das Unternehmen arbeitet mit Manchester City und dem FC Bayern München direkt zusammen und bringt dieses Wissen aus der Sporttechnologie mit ein.

Dabei haben die Walldorfer die Bereiche Data Analytics und Prozessoptimierung besonders im Auge. Daher ist SAP in der Dota-2-Szene aktiv, weil bei eSports jede Menge Daten direkt verfügbar sind. Hier arbeitet der Konzern mit einem der besten Teams in der Disziplin Dota 2 zusammen. Gleichzeitig liefert das Unternehmen als Partner des weltgrößten eSports-Ligen-Betreibers jene Datenanalysen, die man vom Spitzensport kennt.

Wie attraktiv eSports auf eine junge Zielgruppe wirkt, haben mittlerweile auch die Versicherungen entdeckt. Die Zurich Gruppe Deutschland ist Premium Partner des Teams Fokus Clan. Dabei handelt es sich um eine erfolgreiche Mannschaft der Fußballsimulation FIFA 20, die EA Sports im Herbst 2019 veröffentlicht hat.

Das Haushalts- und Küchengeräte-Unternehmen Beko hat gerade erst seinen Sponsoring-Vertrag mit der European League of Legends Championship um ein weiteres Jahr verlängert. Die globale Reichweite von mehr als 100 Millionen Spielern weltweit will Beko dazu nutzen, um das Thema gesunde Ernährung verstärkt in den Fokus zu rücken. Die sportlichen Vorbilder der Liga sollen die User zu einem gesünderen Lifestyle animieren.

Der DFB investiert und forscht

Dass der Hype rund um eSports sich nicht zu einem Strohfeuer entwickelt, scheint absehbar zu sein. Immerhin hat gerade erst der Deutsche Fußball-Bund ein Forschungslabor für eSports eingeweiht. Der „Playroom“ wird von der Hochschule Mittweida betrieben. In der Gründungsstätte des DFB in Leipzig wird zukünftig in zwei Räumen zum Thema „eSports & Games-Marketing“ geforscht.

Nächster Halt Smartphone?

Der nächste Kandidat, um eSports noch weiterzuentwickeln, ist ein erfolgreiches Mobile-Game. „PUBG Mobile” ist die adaptiere Version des bekannten Multiplayer-Shooters PlayerUnknown’s Battlegrounds und könnte eSports auch auf den Smartphones neue Dimensionen eröffnen. In Asien ist das Spiel bereits sehr populär, das Bluehole-Studio PUBG Corporation verweist auf hohe Umsätze. Der direkte Konkurrent Fortnite: Battle Royale wird plattformübergreifend auf der Konsole, dem PC und dem Smartphone gespielt, und hat die eSports-Szene bereits aufgemischt. Wenn die Technik der Smartphones und der Übertragung so weit ist, gehen Experten davon aus, dass auch die mobilen Endgeräte vom eSports-Virus „infiziert“ werden. So würde sich ein weiterer Massenmarkt öffnen.

Damit sind die Voraussetzungen für eine weitere rasante Entwicklung gegeben. Wirtschaft, Politik, Verbände und Gesellschaft zeigen immer mehr Interesse an einer Entwicklung, die gerade erst ihren Anfang genommen hat.

Highlight Games