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xCloud: Microsofts Stadia-Konkurrent startet 2020

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20.11.2019 - 2020 wird ein spektakuläres Jahr für Gamer. Mit der Playstation 5 und der Xbox "Scarlett" werden die beiden wichtigsten Konsolen der achten Generation veröffentlicht. Sie könnten zugleich die letzten ihrer Art sein. Microsoft hat für 2020 auch seinen neuen Streaming-Gaming-Service xCloud angekündigt. Das Angebot soll sich gegen Google Stadia und PS Now behaupten.

xCloud: Hardware als Service

Microsoft hat seine xCloud-Pläne auf der Xbox-Konferenz „X019“ bekannt gegeben und zugleich erste Einzelheiten genannt. 2020 wird der Service demnach in Westeuropa, Kanada, Indien, Japan sowie einigen weiteren Ländern starten, die nicht namentlich genannt wurden. Es ist davon auszugehen, dass die USA als Microsofts Heimatmarkt darunter sind. In der derzeitigen Betaphase sind 50 Titel spielbar – bis zum offiziellen Release sollen es noch „deutlich mehr“ werden. Mittel- und langfristig sollen alle Xbox-Spiele über die xCloud-Plattform angeboten werden, wenn die Studios zustimmen. Bereits jetzt könnten theoretisch alle 3500 für eine Xbox entwickelten Games über den Service bereitgestellt werden, berichtet Microsoft.

Technische Details von xCloud

Konsolenspieler sind bislang darauf angewiesen, dass die gekaufte Hardware möglichst leistungsstark ist. Kommen die Konsolen in die Jahre, wird die Entwicklung der Spiele dadurch stark behindert. Irgendwann wird deshalb eine neue Konsolengeneration veröffentlicht. An diesem Punkt stehen wir derzeit. Mit xCloud als Streaming-Service ist damit Schluss. Nötig ist nur ein möglichst schneller Internetanschluss sowie ein Empfangsgerät. Die Rechenpower wird über den Streaminganbieter bereitgestellt. Hardware wird so zum Service. Microsoft hat angekündigt, dass die Plattform auch unter Windows 10 laufen wird. Zudem sollen Apps bereitgestellt werden, über die sich die Spiele auch auf Mobilgeräten abrufen lassen. Mit solchen Anwendungen sei allerdings noch nicht 2020 zu rechnen.

Kompatibel mit PS4-Controllern

Die xCloud-Spiele werden nicht nur mit Xbox-Controllern spielbar sein. Microsoft hat angekündigt, dass der Service auch mit zahlreichen anderen Bluetooth-Geräten entsprechender Natur funktionieren wird. Namentlich wurde dabei der PS4-Controller von Konkurrent Sony genannt. Gleiches gilt für Razer-Gamepads. Die Idee dahinter lautet vermutlich, den zahlreichen PS4-Käufern und PC-Gamern den Wechsel auf eine Xbox-Plattform zu erleichtern. Microsoft geht damit einen ähnlichen Weg wie Apple beim eigenen Arcade-Angebot. Maximale Kompatibilität mit bestehender Hardware wird großgeschrieben.

Konkurrent zu Google Stadia – und zu PS Now?

Neu sind Streaming-Spiele nicht. Im Glücksspielbereich sind sie beispielsweise seit Jahren bekannt: Neue deutsche Online Casinos vertrauen regelmäßig auf Spiele, die gestreamt werden. Diese Games sind allerdings in der Regel sehr einfach. Oft wird zudem um Geld gespielt. Sie sind keine reinen Unterhaltungsspiele, bei denen das Gaming Selbstzweck ist. Hier sind bislang zwei Streaming-Angebote bekannt, die beide bislang allerdings eher durchwachsen erfolgreich sind: Google Stadia und PS Now.

Stadias schwacher Start

Google Stadia entspricht am ehesten dem, was Microsoft mit xCloud plant. Nicht ohne Grund werden die beiden Dienste oft als direkte Konkurrenten vorgestellt. Der Start von Stadia im November 2019 war jedoch stotternd. Gerade einmal zwölf Spiele standen zur Verfügung – darunter die drei jüngsten Tomb Raider-Teile. Viele versprochene Features mussten verschoben werden und sollen jetzt „in 2020“ kommen. Interessenten störten sich zudem daran, dass sie monatlich für Stadia bezahlen und die Spiele mit vollem Preis kaufen sollen. Microsoft hat angekündigt, ein Kombi-Abo mit Game Pass zu veröffentlichen, um solchen Problemen zu entgehen. Beim Streaming ist es schließlich nicht mehr möglich, digitale Kopien von Spielen zu erwerben, sondern nur Nutzungslizenzen. Wer dies möchte, wird aber auch dies über das Microsoft-Angebot können.

PS Now als unterschätzter Konkurrent?

Sonys Streaming-Service PS Now findet bei der Berichterstattung über xCloud und Stadia kaum Beachtung. Dies sind vermutlich noch immer Nachwirkungen vom schwierigen Start des Angebots, der mit der PS4 eingeführt wurde. Die Infrastruktur war über Jahre mangelhaft. Spieler erlebten regelmäßig stotternde Games. Inzwischen bescheinigen zahlreiche Nutzer PS Now jedoch, hervorragend zu funktionieren. Die Plattform begnügt sich mit einer reinen monatlichen Nutzungsgebühr und bietet Zugang zu Hunderten von Spielen – darunter viele Sony-Exklusivtitel wie „God of War“. Allerdings kommen diese „First Party Games“ nicht „am ersten Tag“ auf die Plattform – anders als bei Microsofts Game Pass. Sie sind erst für mehr als ein Jahr reine Konsolentitel.

Kosten: Microsoft schweigt zu Preisen

Bezüglich der Preise wollte sich Microsoft nicht die Karten schauen lassen. Die Ultimate-Version von Game Pass (PC und Konsole) kostet derzeit 12,99 Euro monatlich. Eine Kombination mit xCloud dürfte kostspieliger sein. Als Vergleich: PS Now kostet 9,99 Euro monatlich oder 59,99 Euro jährlich. Google Stadia verlangt derzeit 9,99 Euro monatlich. 2020 soll allerdings ein kostenloser „Stadia Base“-Service an den Start gehen, der die maximale Auflösung der Spiele jedoch auf 1080p begrenzt. Microsoft wird vermutlich versuchen, einen ähnlichen Preisbereich wie PS Now und das eigentliche Stadia für das reine xCloud-Angebot zu erreichen, um konkurrenzfähig zu sein.

  • Quelle: Redaktion

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