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Casual Games und Free-to-Play: Der neue Spiele-Mainstream?

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17.04.2018 - Die Auswahl im Gaming-Markt ist exponentiell gewachsen. Die Kosten für Spieler sind dagegen niedriger als je zuvor. Was bedeutet das für die Zukunft?

Evolution: Vom Festpreis- zum Gratis-Spiel

In der Geschichte der Videospiele etablierte sich schnell ein festes System. Spiele werden einmalig gekauft, im Gegenzug stehen alle Features des Spiels vollumfänglich zur Verfügung. Doch dann kam das Internet und mit dessen Verbreitung mischten neue Konzepte den Markt auf. Zunächst eroberten Online-Rollenspiele die Szene. Das Modell des ewigen Marktführers Word of Warcraft ist ein anschauliches Beispiel: Das Basisspiel muss gekauft werden, doch um zu spielen, fallen monatliche Gebühren an. Gerechtfertigt werden die Abo-Kosten, die von Millionen Spielern gerne gezahlt werden, durch eine dynamische Welt, die eine hohe Server-Wartung verlangt und stets erweitert wird.

Im nächsten Schritt folgten die Free-to-Play-Modelle – und dabei handelt es sich wohl um den größten Schritt, den die Spieleindustrie je vollzogen hat. Eine unüberschaubare Zahl neuer Spiele kam auf den Markt und konnte kostenlos gespielt werden. Die Rede ist dabei nicht von Demo-Versionen oder von zeitlich begrenzten Probe-Monaten, sondern von vollständigen Spielen. Der Zugang ist damit leichter denn je, da es kein finanzielles Risiko gibt. Erst dann, wenn der Spieler in der Spielwelt richtig angekommen ist, zeigt sich jedoch, auf welchem Weg die Entwickler Geld verdienen möchten. Sogenannte Mikrotransaktionen sind nämlich das Rückgrat dieses Genres. In Rollenspielen können Erfahrungs-Boosts oder neue Waffen gekauft werden, in Aufbauspielen sind zusätzliche Ressourcen sehr gefragt. Dabei ganz wichtig: Der Kauf ist stets optional – einen Zwang gibt es nicht. Doch die Versuchung ist groß, speziell dann, wenn der Spieler mit der Konkurrenz schritthalten will. Vertreter dieses Modells gibt es in allen Genres, an erfolgreichen Dauerbrennern mangelt es nicht, wie die Panzer-Schlacht World of Tanks zeigt.

Eine neue Einstellung zum Thema Gaming

Durch die Verbreitung von Free-to-Play-Spielen entstand im Online-Markt ein neuer Zeitgeist. Dieser spiegelte sich auch in verwandten Bereichen wider: So zog es immer mehr Spieler ins Online Casino, da auch dort attraktive Anreize geschaffen wurden. Die kostenlose Anmeldung ist obligatorisch, umso reizvoller sind daher die Willkommensboni, mit denen die ersten Spieleinsätze sogar umsonst sind.

Es lässt sich also ein Trend für das Gesamtbild ableiten. Spieler haben deutlich mehr Auswahl als früher und das ändert die Art und Weise, wie gespielt wird. Spontan neue Titel auszuprobieren, ist ohne Kosten möglich, Spieler beschäftigen sich folglich weniger intensiv mit jedem einzelnen Spiel und verteilen ihre Aufmerksamkeit auf mehrere Titel zur selben Zeit. Entwickler müssen also gar nicht mehr allzu viel Tiefe produzieren, wie es bei aufwändigen Vollpreis-Spielen der Fall ist. Die Bezeichnung Casual Gaming spricht für sich und definiert den Charakter der heutigen Gaming-Welt ziemlich treffend. Blockbuster-Werke wie Grand Theft Auto oder Mass Effect: Andromeda verkaufen sich dennoch weiterhin gut: Hier tauchen Spieler für Wochen oder Monate völlig ein und aufgrund der hohen Qualität werden auch Triple-A-Spiele nicht von der Bildfläche verschwinden. Inzwischen ist nämlich genug Platz für alle Ausprägungen: Gaming an sich ist kein Nischenprodukt mehr, der Massenmarkt hat die Eigenschaften für sich entdeckt (siehe Infografik) und auf dieser Basis ist weiteres Wachstum vorprogrammiert.

  • Quelle: Redaktion

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