Die größten Skandale im eSport
11.08.2022 - Dreiste Cheater, Manipulationen und Verbrechen: In unserem heutigen Artikel beleuchten wir die Schattenseiten des eSport.
Forsaken cheatet sich zum Meme
Die Gaming-Landschaft boomt: Ganz gleich, ob wir uns selbst als Casual-Gamer bezeichnen, unser virtuelles Glück auf Seiten wie beispielsweise dem Online Casino Wunderino versuchen, oder unser Können im Rahmen von Multiplayer-Gefechten zur Schau stellen – die Zeiten, in denen Gamer ein abgeschiedenes Nischendasein fristeten, sind längst vorüber. Allerdings werden die entspannten Stunden vor dem Bildschirm mitunter von einem großen Wehrmutstropfen überschattet: Dreiste Cheater, die eine vergnügliche Online-Session im Handumdrehen in ein bitteres Frustfest verwandeln. Was sich in der Welt der spaßigen Freizeit-Zockerei nicht vollständig ausblenden lässt, hat im seriösen eSport selbstverständlich keinen Platz. So jedenfalls die naive Traumvorstellung vieler Zuschauer, welche sich jedoch nicht mit der Realität vereinbaren lässt. Allen gigantischen Preisgeldern und begeisterten Fanmassen zum Trotz sind die professionellen Gefechte leider nicht immer frei von Betrügern und Halunken. Wenn es um das Paradebeispiel eines dreisten Cheaters geht der auf peinliche Weise entblößt wurde, führt kein Weg an Forsaken vorbei. Wieso das Clan-Mitglied von OpTic India im Jahr 2018 zum unfreiwilligen Meme wurde, zeigt der folgende Fall. Als professioneller CS:GO-Spieler tritt Forsaken gemeinsam mit seinen Kumpanen beim eXTREMESLAND-Turnier in Asien an. Als währenddessen ein Anti-Cheat-Programm Alarm schlägt, gerät Nikhil Kumawat, so Forsakens bürgerlicher Name, offensichtlich in Panik. Die Szenen, die daraufhin von der Kamera eingefangen werden, wirken aus heutiger Sicht unfreiwillig komisch. Der Versuch, die zahlreichen Aimbot-Dateien im letzten Augenblick zu löschen, misslingt und der Computer wird einkassiert. Mit dieser lächerlichen Aktion erwies Forsaken nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Teamkollegen einen absoluten Bärendienst: OpTic India wurde disqualifiziert und der Betrüger seither nie wieder bei einem offiziellen Turnier gesichtet. Das zweifelhafte „Vermächtnis“ des Cheaters lebt allerdings bis heute weiter – und zwar in Form von amüsanten Memes, die uns auf lustige Weise daran erinnern, dass das Karma am Ende immer zurückschlägt.
Vom Olymp in den Knast
Im Jahr 2012 ging ein donnerndes Erdbeben durch die Starcraft-eSport-Szene. Ein gewisser Life erschien urplötzlich auf der Bildfläche, und ließ all seine Gegner wie blutige Anfänger aussehen. In den folgenden zwei Jahren machte sich Life alias Lee Seung Hyun einen großen Namen in der Branche und sicherte sich Preisgelder von über 300.000 Dollar. Dann, im Jahr 2015, folgte der traurige Absturz, der einmal mehr beweist, dass die menschliche Geldgier mitunter größer als der eigene Ehrgeiz ist. Life ließ sich zum Match-Fixing verleiten, sprich, er verlor Spiele absichtlich, um anschließend ordentlich abzukassieren. Eine Aktion, die dem aufstrebenden Stern am eSport-Himmel nicht nur das Vertrauen seiner Fans, sondern auch die eigene Freiheit raubte: Der Südkoreaner wanderte wegen Wettbetrugs 18 Monate hinter Gitter. Selbstverständlich verbaute sich Life damit auch alle weiteren Karrierepläne – er wurde komplett für den Starcraft-eSport gesperrt.
BIG-Jump
Okay, zugegeben: Der sogenannte BIG-Jump des namensgebenden deutschen Teams ist genau genommen kein Cheat – denn tatsächlich handelt es sich dabei lediglich um einen Exploit, der in CS:GO genutzt werden kann, um sich derbe Vorteile zu verschaffen. Sobald sich der Spieler während des Springens hinter der Deckung gleichzeitig duckt, kann er über Wände hinweg sehen – für die Gegner erscheint die Spielfigur jedoch weiterhin unsichtbar! Obwohl dieser Bug bereits seit langem bekannt war, und sich viele Teams über dessen Missbrauch beschwerten, war der BIG-Jump vollkommen legal. Das Happy End: Im Rahmen eines Gentleman-Agreements beschlossen die 16 Mannschaften beim PGL Major in Krakau, auf den Exploit zu verzichten. Dass BIG auch ohne derartige Vorteile einiges auf dem Kasten hat, stellte der Clan anschließend meisterhaft unter Beweis – und gewann das Turnier.
Erschütternde Abgründe
Während wir den bisherigen Skandalen noch etwas Humorvolles abgewinnen können, avanciert der nächste Fall zum bitteren Ernst. Doch zunächst schien die Geschichte des südkoreanischen Clans Griffin einem modernen eSport-Märchen zu gleichen: Im Jahr 2016 gegründet, entwickelte sich das Team rasch zum heißesten Newcomer der nationalen LoL-Profi-Liga. Die Teilnahme an der WM 2019 sollte den Clan dann in noch höhere Sphären katapultieren – allerdings wurden schon vor Turnierbeginn einige rätselhafte Personalentscheidungen gefällt. Sowohl Coach Kim Dae-ho als auch Manager Cho Gyu-nam mussten unmittelbar vor den Worlds 2019 ihren Hut nehmen. Die Frage, was es mit den Hintergründen dieser überraschenden Freistellungen auf sich hatte, sollte kurz darauf beantwortet werden. Das Griffin Team erhob schwerwiegende Vorwürfe gegen seine ehemaligen Vorgesetzten: Demnach nötigte der Manager die Spieler dazu, Verträge zu unterschreiben, mit denen sie überhaupt nicht einverstanden waren. Noch gravierender war jedoch das Verhalten des Coaches: Dieser soll die Clan-Member sowohl psychisch als auch körperlich verletzt haben. Da die Verantwortlichen die Gerüchte über das Würgen von Spielern selbstverständlich nicht ignorieren konnten, wurde eine gründliche Untersuchung eingeleitet. Das Ergebnis: Kim Dae-ho darf nie wieder eine offizielle Position bei einem eSport-Team bekleiden – und auch Griffin ist nach einem schnellen Abstieg mittlerweile wieder Geschichte.
Quelle: Redaktion
- de.wikipedia.org/wiki/E-Sport


