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Sicherheit bei Online Spielen - Worauf Gamer achten sollten

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17.11.2018 - Smartphone, Tablet, Konsole oder PC - alle vier haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind Plattformen für Online-Spiele. Onlinegames werden heute in fast allen gängigen Spielkategorien angeboten. Angefangen den Rollenspielen (RPG) über Shooter bis hin zur Aufbaustrategie spielt Gaming übers Internet eine zunehmend große Rolle.

Wie stark Online-/Mobile-Gaming inzwischen an Bedeutung gewonnen hat, lässt sich an Marktdaten ablesen. Der Verband der deutschen Game-Branche hat allein bei den Käufen für Spiele-Apps im Jahr 2017 einen Zuwachs von 21 Prozent aufs Vorjahr registriert. Und die Zahl der Gamer, die zu Smartphone oder Tablet greifen, ist im gleichen Zeitraum um 0,8 Millionen gewachsen.

Online-Games – ob nun auch der Konsole, auf dem Tablet oder am PC gespielt – erfreuen sich großer Beliebtheit. Allerdings wächst mit der Attraktivität für Gamer auch die Frage nach der Sicherheit. Hier geht es auf der einen Seite um Datenschutz, sprich was gibt der Spieler an persönlichen Infos preis. Auf der anderen Seite wird das Online-Gaming auch für Hacker interessant. Diese greifen nicht nur einzelne Nutzer an. In der Vergangenheit wurde große Netze – wie das Sony PlayStation Network oder Xbox Live – Opfer von Hackerangriffen. Gibt es Möglichkeiten, sich als Spieler bei Online-Games zu schützen?

Downloadquellen genau analysieren

Viele Online-Spiele, die auf Basis eines Clients entwickelt werden, vertreiben die Publisher heute über Plattformen wie Steam. Deren Nutzer kaufen und laden die Titel in dem Vertrauen herunter, dass die Betreiber der Plattformen – vor der Aufnahme einzelner Gamestitel – diese auch einer Prüfung unterziehen.

Generell sollte sich jeder Online-Gamer allerdings eine gewisse Skepsis bewahren. Über die bekannten Plattformen zum Download angebotene Titel sind oft zuverlässig. 100 Prozent Sicherheit wird es allerdings nicht geben. Noch schwieriger ist die Qualität zu beurteilen, wenn einfach irgendwo im Netz Daten zu Spielen heruntergeladen werden oder online im Browser gezockt wird.

Angriffe auf Gamer – Möglichkeiten im Überblick:

  • Schadlinks auf Spieleseiten
  • Hacks der Plattformbetreiber/Entwickler
  • Betrug durch Betrug mit Ingame-Käufen

Es kann in diesem Zusammenhang immer wieder zu folgendem Szenario kommen: Spielern wird ein Link „untergeschoben“, hinter dem sich kein Free-Play-Titel verbirgt. Stattdessen landet Schadsoftware wie ein Trojaner oder Ransomware auf dem Rechner. Letztere ist eine besonders heimtückische Variante von Schadsoftware. Daten auf der Festplatte werden verschlüsselt. Betroffene erhalten die Aufforderung zur Zahlung einer bestimmten Summe – meist in Form von Kryptowährungen.

Downloads nur aus bekannten Quellen

Dieses Szenario ist sicher eine der besonders beängstigenden Situationen. Es kann auch passieren, dass Adware durch die Nutzung unbekannter Quellen auf dem Rechner landet. Letztere hat vielleicht nicht ganz so gravierende Folgen. Wer mit solchen Programmen schon Erfahrung sammeln durfte, weiß wie störend diese sein können.

Prinzipiell sollte Folgendes gelten: Spiele werden ausschließlich aus bekannten Quellen heruntergeladen. Und das Öffnen der Browsergames erfolgt nur über die Entwicklerseiten bzw. Partner-Links, welchen vertraut werden kann.

Eines gilt in jedem Fall: Anti-Virensoftware ist in jedem Fall Pflicht. Letztere bieten nicht nur die Gelegenheit, heruntergeladene Daten zu analysieren. Moderne Virenscanner beinhalten heute auch einen Echtzeitschutz, auf den Onlinespieler eigentlich nicht verzichten sollten.

Entwickler genau prüfen

Wer als Gamer einmal online im PvE (Player vs. Environment) oder im PvP (Player vs. Player) gespielt hat, kommt davon so schnell nicht mehr los. Entwickler nutzen heute verschiedene Methoden, um Gamer dauerhaft zu binden – etwa durch Ingame-Käufe. Letztere können ein schnelleres Vorankommen – etwa beim Pay2Win – garantieren oder sind reine Kosmetik.

Ingame- oder InApp-Käufe waren in der Vergangenheit allerdings schon Teil von Betrugsmaschen. Grundsätzlich ist anzuraten, sich Entwickler sehr genau anzuschauen. Es gibt immer wieder Titel, bei denen Spielemagazine wie Gamestar oder PC-Games, den Zeigefinger heben. Wer nicht mit unautorisierten Käufen konfrontiert werden will, sichert den Account am besten durch eine Passwortsperre für Transaktionen.

Sicherheit bei Online-Spielen – ein Überblick:

  • Download/Spielen mit sicheren Quellen
  • Echtzeitschutz der Anti-Virenscanner
  • Sperre für Transaktionen
  • Recherche in der Community

Verschlüsselung unter die Lupe nehmen

Für Gamer steht der Funfaktor ganz oben auf der Liste. Damit der Spielspaß nicht getrübt wird, muss es am Ende aber um mehr gehen. Gerade die an Entwickler übermittelten Daten sind ein heikles Thema. Hier geht es nicht allein um den Datenschutz, sondern auch die Frage nach der Sicherheit während der Datenübertragung.

Sprich: Es steht die Datenverschlüsselung im Raum. Online-Spiele, die im Browser gespielt werden, setzen heute in aller Regel auf die SSL-Verschlüsselung. Diese kennen viele Spieler auch aus dem Online-Banking. Das Ganze fällt in die Rubrik der Transport Layer Security Protokolle, die mittlerweile in der Version 1.3 vorliegen. Mittlerweile liegt die Schlüssellänge hier bei 128 Bit bzw. 256 Bit.

Woran erkennen Nutzer, ob zum Beispiel ein Browser Game diese Verschlüsselung verwendet? Ganz einfach: In der Adresszeile ist die URL mit dem Präfix https versehen. Darüber hinaus setzen Betreiber von Plattformen und Netzwerken inzwischen auf verschiedene Authentifizierungsmaßnahmen, die in einem mehrstufigen Prozess ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten sollen.

Datenschutz genau nehmen

Datenschutz spielt nicht erst seit der DSGVO eine wichtige Rolle. In der Vergangenheit ist dieser Bereich auch für Gamer ein sensibles Thema geworden. Problematisch ist beim Online-Gaming, dass persönliche Daten aus der Hand gegeben werden. Hierbei kann es sich einerseits um die Adressdaten handeln.

Letztere sind notwendig, um einen Account zu eröffnen. Und ohne deren Eingabe lassen sich heute auch viele Spiele, die als digitale Kopie oder auf einem Datenträger erworben werden, nicht mehr aktivieren. Parallel geht es hier natürlich auch um sensible Informationen wie die Nummer der Kreditkarte oder Bezahldienste.

Bedeutet: Es gibt mehr als einen Grund, sich mit dem Datenschutz zu beschäftigen. Auf der einen Seite spielt hier eine Rolle wie stark Plattformen und Entwickler in den letzten Jahren in den Fokus von Hackern geraten sind. Sowohl das Playstation Netzwerk als auch das Netzwerk der Xbox waren bereits Ziel von Angriffen. Zu den von Hacks und Datenlecks betroffenen Unternehmen hat aber auch der Publisher Big Fish Games schon gehört.

Wenn seitens der Unternehmen/Entwickler mit Daten nachlässig umgegangen wird, haben Spieler nur eingeschränkt Handlungsoptionen. Eine gute Idee ist das Ändern der Zugangsdaten. Gerade dann, wenn Zahlungsinformationen abgegriffen werden, kann es schnell kompliziert werden.

Zugriffsrechte beschränken

Ein sehr wichtiger Punkt betrifft Apps, die auf Geräten installiert werden. Deren Entwickler lassen sich mitunter recht großzügige Zugriffsrechte sichern. Ein Spiel, welches auf dem Tablet nur im Single-Player gespielt wird, braucht eigentlich keinen Zugriff auf:

  • Fotos
  • Kamera

Grundsätzlich ist in diesem Zusammenhang immer zu überlegen, ob es sich lohnt, diese Zugriffsrechte einzuräumen oder nicht. Sehr vorsichtig sollten Spieler auch sein, wenn sie zu Mods greifen oder Rootkits einsetzen. Hiermit kann es passieren, dass Schadprogramme oder Spionagetools besonders leichtes Spiel haben.

Fazit: Sicherheit beim Gaming immer wichtiger

Online einfach ein paar Runden mit Freunden zocken oder auf einem Server gegen Dutzende fremde Spieler antreten – Online-Spiele haben Hochkonjunktur. Es geht nicht nur um Shooter. Viele Gamer vertreiben sich auch die Zeit mit Browserspielen. Der Vorteil: Es muss kein Client heruntergeladen und installiert werden. Was es aber meist in jedem Fall braucht, ist ein Nutzerkonto. Und hier gehen die Probleme los. Sobald persönliche Daten einzugeben sind – am besten noch die Banking- oder Kreditkartendaten für Premium-Items – öffnen sich Sicherheitslücken. Diese müssen noch nicht einmal auf dem Rechner des Spielers vorhanden sein. In der Vergangenheit wurden auch Entwickler schon Opfer von Hackern. Bedeutet: Wer online spielen will, muss sich der Risiken bewusst sein. Und darf davor nicht die Augen verschließen, sondern muss Maßnahmen ergreifen. Anti-Virenscanner sind ein Mittel, die Zugriffsrechte für Apps auf Geräten zu beschränken ist eine andere Option.

  • Quelle: Redaktion

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