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Deutsche Games-Entwickler pochen auf Unterstützung

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13.09.2018 - Der deutsche Games-Markt ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. 2017 lag der Umsatz bei etwa 3,3 Milliarden Euro, so meldet es der Branchenverband Games in seinem Jahresreport für die deutsche Game-Branche. Allerdings profitieren die deutschen Entwicklerstudios derzeit nur wenig davon. Der Marktanteil liegt bei gerade einmal 5,4 % und ist damit deutlich geringer als noch 2016.

Vor allem bei Spiele-Apps und Browser-Spielen geht der Marktanteil stetig nach unten. Im Bereich PC-Games und Konsolenspiele gab es immer wieder mal einzelne Neuerscheinungen, die beachtliche Umsätze erwirtschaftet haben.

Dazu gehörten zum Beispiel Games wie „Elex“ und „Risen“ vom Essener Studio Piranhy Bytes oder „The Surge“ vom Deck13 aus Frankfurt am Main oder Shadow Tactics vom Münchner Studio Mimimi Productions, die auch europaweit gut von den Playern angenommen wurden.

Entwicklerstudios beklagen Wettbewerbsverzerrung

Insgesamt beklagen die deutschen Games-Entwickler jedoch, dass sie im internationalen Markt stark benachteiligt ist. Um hochwertige Games auf internationalem Niveau zu produzieren sind hohe Investitionen in Equipment und Personal notwendig. Studios in anderen Ländern erhalten oft staatliche Förderungen, während deutsche Studios die Kosten selbst stemmen müssen.

Die Kreditaufnahme bei Banken sei nahezu ausgeschlossen. Lediglich am privaten Kapitalmarkt ergeben sich vereinzelt Finanzierungsmöglichkeiten. Allerdings fehlt vielen Investoren und Anlegern schlichtweg die Kenntnis und ein Gefühl für das Potenzial der Märkte und winken gerade bei größeren Projekten ab. Die Branche hierzulande fordert daher staatliche Unterstützung, um nicht noch weiter abgehängt zu werden.

Der Steuerzahler könnte davon profitieren

Zwar müsste im Rahmen einer staatlichen Förderung erst einmal Geld vom Steuerzahler investiert werden, um die Entwicklerbranche konkurrenzfähig zu machen, allerdings würde der Staat auch erheblich profitieren. Schließlich ist der Markt für Games ein Wachstumsmarkt.

Beispiel Frankreich: Für eine Investition von 8 Euro fließen hier etwa 1,80 € direkt als Einkommenssteuern und Sozialabgaben wieder in die staatlichen Kassen zurück.

Hinzu kommt, dass neue sozialversicherungspflichtige Jobs in einem Wachstumsmarkt geschaffen werden. Über den Verkauf der Games kann der Staat durch die Wertschöpfung noch einmal in Form der Mehrwertsteuer profitieren.

Die Verantwortlichen in den Studios und im Branchenverband sind bereits an die Politik herangetreten und versuchen zu erläutern, dass gute Spiele nur mit extrem hohen Aufwand produziert werden können, der nicht allein durch Eigenmittel finanziert werden kann. Sie weisen vor allem auf die Wettbewerbsverzerrung durch staatliche Förderungen in anderen Ländern hin.

So wird beispielsweise vorgeschlagen, die Förderung, wie in der Filmbranche auch, über einen staatlichen Fonds zu organisieren.

Streit darüber, was überhaupt förderfähig ist

In Politikerkreisen gibt es allerdings auch Verständnis für die Positionen der Branche. Im Koalitionsvertrag ist das Thema eSport bereits aufgenommen und soll sogar als offiziell förderfähige Sportart anerkannt werden.

Allerdings gibt es nicht nur Zustimmung. Während Sportspiele wie FIFA von EA Sports bei vielen Verantwortlichen als unproblematisch gelten, meinen zum Beispiel einige Altvordere, dass die Jugend lieber auf dem Fußballplatz gehen sollte. Außerdem gibt es große Diskussionen darüber, was überhaupt als eSport angesehen werden kann. Hier werden dann meistens die Ego- und Koop-Shooter wie Counterstrike angeführt, die in keinem Fall gefördert werden sollen. Dabei gehört insbesondere CS:GO bereits zu den meist gespielten und erfolgreichsten Games international und hat sich einen festen Platz in der eSport-Szene erarbeitet.

Die Gambling-Branche kann auch nicht mit Förderungen rechnen

Entwicklern für Echtgeldspiele können ebenfalls nicht mit Förderungen rechnen. Hier sind die Ressentiments besonders groß, obwohl es sich um einen der am stärksten wachsenden Märkte überhaupt handelt.

Vor allem im Bereich Browser-Games, die über das Handy gespielt werden können, sind Echtgeldspiele bei den Playern ganz vorn mit dabei. Die Branche tritt heute wesentlich professioneller auf. Vor allem auch bei den Zahlungsabwicklungen. Es werden teilweise mehrere sichere Zahlungsmethoden gleichzeitig angeboten, etwa Paypal, Skrill oder Klarna mit denen besonders schnelle und oft sogar gebührenfreie Überweisungen möglich sind. Einen Überblick über das Angebot gibt es beispielsweise unter Paypal Casinos in Deutschland.

Bei den Games stechen neben ePoker oder Roulette vor allem Spielautomaten hervor. Es werden heutzutage neben dem reinen Glücksspiel ansprechende Entertainment-Angebote in die Games integriert. Die Grenzen zwischen Gambling und Gaming verwischen sich dabei immer mehr.

  • Quelle: Redaktion

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