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Die Verdammten
Die Verdammten ist ein Survivalspiel, das in einer postapokalyptischen Welt voller Zombies spielt. Die Spieler leben ...
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Die Verdammten
» Im Gespräch mit Dayan von Motion Twin.
Und wieder ein Tag in der verdammten Wüste. Die Sonne brennt und zehrt an den Kräften, während der Suche nach nützlichen Gegenständen im Sand, welche zwingend nötig sind um das Überleben in der postapokalyptischen Landschaft zu sichern. Doch die Sonne ist nicht der Feind. Spätestens vor Mitternacht heißt es, die ausreichend befestigte Stadt zu erreichen um nicht als Zombiemahlzeit zu enden. Wir haben uns mit Dayan von Motion-Twin über das neue Spiel unterhalten.
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GamesSphere: Wie funktioniert die Koordinierung mit den anderen Einwohnern der Stadt?
Dayan: In der Stadt ist das wichtigste Koordinationswerkzeug das Stadtforum. Der Übersichtlichkeit halber ist dieses von Haus aus nach bestimmten Themengebieten geordnet: Diskussionen rund um die Baustelle, Diskussionen rund um die Werkstatt usw.
In der Außenwelt können die Spieler über einen ins Spiel eingebauten Chat kommunizieren. Schließlich gibt es noch die Möglichkeit ganz einfache Regeln oder sehr wichtige Sachen über eine persönliche Statusmeldung im Bürgerverzeichnis bekannt zu machen. Das Bürgerverzeichnis zeigt den Spielern auf einen Blick, wer noch alles am Leben ist, wer sich in der Stadt aufhält und wer draußen ist. Helden bekommen ab einer bestimmten Erfahrungsstufe zudem noch privilegierte Kommunikationskanäle, um die Stadt insgesamt anzusprechen. Dazu sei jedoch nichts verraten ... ;)
GamesSphere: Natürlich stärken Extremsituationen nicht nur den Gemeinschaftswillen sondern auch den Überlebenswillen und treiben Menschen zum Egoismus und Diebstahl. Wie kann die Gemeinde dagegen vor gehen?
Dayan: Das Spiel versucht eine reale Situation so weit es geht zu simulieren. Selbstverständlich ist nicht alles im Spiel auch in der Realität vorstellbar, z.B. die Wiedergeburt und von den Zombies mal ganz abgesehen... Wenn man sich also vorstellt, dass man mit 39 anderen Menschen in einer verlorenen Wüstenstadt lebt und Wasser, Waffen und Ressourcen knapp sind, gehört der Überlebenstrieb ganz natürlich dazu.
Ähnlich wie im richtigen Leben können die Spieler ihre Enttäuschung über uneinsichtige, unkooperative oder allzu diktatorisch auftretende Spieler auf vielerlei Arten und Weisen zum Ausdruck bringen. Spieler können sich gegenseitig angreifen, bestehlen, verbannen oder sogar hängen. Verbannten Spielern wird das Wasser rationiert, der Zugang zur Bank und zur Werkstatt gesperrt. Außerdem können Verbannte keine Beschwerden mehr einreichen.
GamesSphere: Welche Möglichkeiten haben die Einwohner, sich gegen die mitternächtlich einfallenden Zombies zu wehren?
Dayan: Das ist eine interessante Frage, die schon für ein Missverständnis bei den Spielern gesorgt hat. Das Spiel ist so konzipiert, dass die Spieler sich immer in der Defensive befinden.
Die Verdammten ist, wie schon gesagt, kein Zombie-Shooter. Ein aktives Töten der Untoten durch Waffen geschieht nur zur Selbstverteidigung. Der Aspekt, dass der Tod aller Spieler von vornherein fest steht, ist aus psychologischer Sicht wichtig. Auf der Startseite des Spiels findet sich dazu der Satz: "Alle Wege führen in den Tod." - das trifft es eigentlich ganz gut.
Die Abwehr der Zombies erfolgt durch den Bau verschiedener Verteidigungsgebäude und Konstruktionen. Diese können dauerhaft oder aber temporär sein. Wenn die Stadt nicht die passenden Materialien für den Bau einer dauerhaften Konstruktion findet, kann sie ein paar zusätzliche Verteidigungspunkte durch den Bau temporärer Verteidigungsanlagen gewinnen. Diese Last-Minute-Anlagen halten nur eine Nacht, können aber über Leben oder Sterben entscheiden. In die Gesamtrechnung gehen außerdem auch der Verteidigungswert der Privathäuser, die Anzahl der in der Bank abgelegten Verteidigungsgegenstände, sowie die Anzahl der anwesenden Wächter (Beruf) ein.
GamesSphere: Tag für Tag werden die Verluste innerhalb der Gemeinde sowie die Anzahl an Zombiehorden größer, so dass die Gemeinde mit der Verstärkung der Verteidigungsanlagen nicht mehr hinterher kommt. Ist es da nicht normal, dass es irgendwann heißt du oder ich?
Dayan: Das Spiel enthält einen "Chaosmodus". Dieser wird immer dann ausgelöst, wenn eine Stadt weniger als 11 Einwohner hat. Interessant an dem Chaosmodus ist, dass er eine Extremsituation darstellt. Er trägt dem Gedanken Rechnung, dass eine vernünftige Koordination der Verteidigungsmaßnahmen ab einer bestimmten Einwohneranzahl immer schwieriger ist. Die Stadt wurde auf ein Viertel aller ursprünglichen Einwohner dezimiert, Trauer und Hoffnungslosigkeit macht sich unter den letzten Überlebenden breit. Wie du richtig angemerkt hast, heißt es dann nur noch: Entweder ich oder die Anderen. Aus diesem Grund ändern sich die Spielregeln (Anzahl der möglichen Diebstähle, Beschwerdesystem etc.) im Chaosmodus erheblich.
Es ist nach Ausrufung des Chaosmodus spannend zu verfolgen, ob die übrig gebliebenen Spieler sich alleine durchschlagen oder ob sie - trotz offiziell erlaubter Anarchie - noch kooperieren. Können wir noch ein paar Tage überleben und die Stadt im Städteranking nach oben pushen oder sollte ich so spielen, dass ich als letzter sterbe und einen Heldentag und eine Auszeichnung abstaube?
GamesSphere: In „Die Verdammten“ bekommt man an jedem Tag 6 Aktionspunkte, welche gebraucht werden, um die Stadt auszubauen oder die Gegend zu erkunden. Haben die Aktionspunkte nicht eine eher kurze Spieldauer zur Folge oder hat man die Möglichkeit diese zu erneuern?
Dayan: Das ist richtig. Jeder Spieler erhält pro Tag 6 Aktionspunkte (AP), die er nach Belieben ausgeben kann (für Wüstenwanderungen oder auf der Baustelle). Allerdings kann man neben diesen sechs standardmäßig vergebenen Punkten weitere APs erhalten. Durch das Trinken von Wasser, Essen, die Einnahme von Drogen oder Alkohol können Aktionspunkte aufgefüllt werden, sodass jedem Spieler im Schnitt 18 APs zur Verfügung stehen.
Das Spiel selbst lässt sich auf verschiedene Arten und Weisen spielen. Wer viel spielen möchte, der wird sehr aktiv im Forum sein, anderen Spielern helfen, Anweisungen, Tipps und Tricks geben und sich Strategien ausdenken und durchrechnen, wie er selbst oder die Stadt noch ein bisschen länger überleben kann. Das kann ein Vollzeitjob sein.
Wer weniger Zeit hat, der kann sich morgens einloggen, in die Wüste gehen und dann in einem Sektor tagsüber graben. Wenn er dann abends von der Schule/Arbeit/Uni nach Hause kommt, liefert er seine eingesammelten Ressourcen in der Stadt ab und gibt seine Aktionspunkte auf der Baustelle aus. Daneben gibt es Spielweisen zwischen diesen beiden Extremvariante. Man loggt sich alle 2-3 Stunden ein und verfolgt das Geschehen in seiner Stadt. Das Spiel bietet dazu auch eine extra gestaltete Webseite, die für Mobiltelefone geschrieben wurde und die auf dem iPhone oder dem iPod Touch sehr gut dargestellt wird. Die Spielmöglichkeiten auf dieser Version sind allerdings erheblich eingeschränkt. Man bekommt einen Überblick aller wichtigen Statistiken und kann das Forum lesen. Die Spielfigur kann allerdings nicht bewegt werden. Lediglich das Öffnen und Schließen des Stadttores ist möglich.
GamesSphere: Neben dem erfrischenden Spielprinzip im Rollenspielsektor zeichnen auch die Texte mit teilweise derben Humor das Spiel aus. Wie kamt ihr auf die Texte?
Dayan: Es freut mich, dass endlich jemandem die Texte auffallen. Wer wirklich aufmerksam liest, der wird so manche Anspielung auf Zombiefilme und -bücher, auf andere Videospiele, Zitate und reale Orte finden. Unter anderem zwei große Augenzwinkerer an meine Geburtsstadt. Jeder, der das Spiel spielt und auf diese Texte stößt, wird die Anspielungen verstehen und (hoffentlich) schmunzeln. Es handelt sich um eine deutsche Großstadt ;)
Die Texte selbst stammen von den Programmierern, hauptsächlich von meinem Kollegen "deepnight". Ich habe das Spiel dann in monatelanger Arbeit übersetzt und versucht, den makaberen und zynischen Humor des Spiels ins Deutsche zu übertragen. Das war teilweise keine einfache Aufgabe, allerdings wurde mir dabei die größtmögliche Freiheit gegeben. Ich finde die makabere und zynische Sprache genau richtig, wenn man sich vorstellt, wie sich Individuen in so einer Extremsituation ausdrücken würden. Bestimmt nicht nüchtern oder heiter, sondern verbittert, verzweifelt, sarkastisch, defätistisch, alles gewürzt mit einer Menge schwarzen Humor.
GamesSphere: „Hordes“ - so der französische Titel - hat meinen Recherchen nach dort bereits über eine halbe Million Spieler gezählt. Vor ein paar Tagen startete das Spiel in Deutschland. Wie ist Eure erste Bilanz aus der Beta und der Zeit nach dem Start in Deutschland?
Dayan: Ja, „Hordes“ hat in den letzten zwei Jahren über eine halbe Million Spieler gehabt und erfreut sich noch immer einer riesigen Beliebtheit. Das sieht man auch an der großen Anzahl externen Anwendungen, die für das Spiel von Spielern geschrieben wurden und die durch API keys direkt in das Spiel eingebunden werden können.
Die Bilanz aus der BETA-Phase ist sehr gut. So gut wie allen BETA-Testern hat das Spiel auf Anhieb sehr gut gefallen. Es wurde insbesondere das innovative Spielprinzip gelobt. Wir hoffen jetzt natürlich, dass sich dies rumspricht und wir weiterhin fleißig wachsen.
GamesSphere: Möchtest Du abschließend noch etwas zu „Die Verdammten“ sagen?
Dayan: Auch wenn dies jetzt überheblich klingen wird: Ich denke, die Verdammten bietet das innovativste Spielkonzept seit langem. Ich rate jedem, der dieses Interview liest, sich das Spiel anzusehen und Probe zu spielen. So etwas hat es auf dem Browserspielemarkt meines Erachtens noch nicht gegeben. Das sage ich nicht, weil ich für Motion Twin arbeite oder weil ich der Admin bin, sondern als ganz normaler Spieler.
GamesSphere: Ich danke recht herzlich für das Interview und wünsche viel Erfolg!
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